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Dreesch

»Es war das Jahr 1990. Die Grenzöffnung lag hinter uns und meine Eltern machten sich mit mir und meiner Schwester auf in den Westen. Es ging nach Schleswig-Holstein. Ich bin 1984 geboren und alles, an was ich mich aus der Zeit im Osten erinnere, sind die schönen Sommer in der Plattenbausiedlung Dreesch in Schwerin. Ich kannte so viele Kinder und die Siedlung war ein großer Spielplatz. Überall waren Menschen. Mir hat es gefallen. Den Rest meiner Jugend habe ich in einem kleinen Vorort von Kiel verbracht. Hier war erstmal alles anders und in der Schule wurde ich »Ossi« genannt. Heute kann ich darüber lachen, wenn ich so genannt werde. Den Dreesch habe ich seitdem nur bei Besuchen der Verwandtschaft gesehen. Von Mal zu Mal wurde die Siedlung immer grauer und zerfiel. Wo früher jede Wohnung bewohnt war, standen nun mehr und mehr Wohnungen leer. Irgendwann ist auch meine Verwandtschaft aufs Land gezogen und damit wurde der Dreesch zu einer Erinnerung.«

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